Von Dr. Michael Sigmund | med.ium 7+8/2026
Werte Kolleginnen und Kollegen!
Erfahrungsbericht GIN-/GINO-Einführung – wenn nicht die Technik, sondern Zuständigkeitsgrenzen zum Problem werden Viele Wahlarztordinationen haben ihre IT über Jahre bewusst einfach gehalten: ein Internetanschluss, ein WLAN, wenige Computer und Drucker – mehr braucht es für einen reibungslosen Ordinationsbetrieb oft nicht. Einen eigenen IT-Techniker gibt es deshalb häufig nicht. Umso größer ist die Überraschung, wenn mit der Einführung der e-card-Infrastruktur mit GIN-Anschluss und GINO plötzlich eine vermeintlich einfache Installation zu einem organisatorischen Hindernislauf wird.
In meinem Fall war das vorhandene WLAN beziehungsweise der vorhandene Internetrouter in der vom GIN-Provider vorgesehenen Anschlussvariante nicht ohne zusätzliche Netzwerkkomponenten oder Konfigurationsarbeiten in den neuen GINAnschluss integrierbar. Der neu installierte GIN-Zugangsnetz-Router verfügte zudem über keinerlei WLAN-Funktion. Damit war das bestehende Netzwerk praktisch unbrauchbar.
Was folgte, war ein Paradebeispiel dafür, wie technische Projekte scheitern können, wenn jeder ausschließlich seinen eigenen Aufgabenbereich abarbeitet. Der Techniker installierte den GIN-Anschluss, erklärte aber unmissverständlich, für alles Weitere nicht zuständig zu sein. Der Internetanbieter verwies seinerseits darauf, dass der GINAnschluss und dessen Einbindung in das Ordinationsnetz nicht in seinen Verantwortungsbereich
falle. Eine gemeinsame Lösungsfindung fand nicht statt. Jeder erfüllte exakt seinen Auftrag – und niemand fühlte sich dafür verantwortlich, dass die Ordination am Ende tatsächlich arbeitsfähig war.
Ebenso irritierend war die Selbstverständlichkeit, mit der nach einer fixen IP-Adresse und einem betreuenden EDV-Techniker gefragt wurde. In vielen kleineren Wahlarztordinationen existiert weder das eine noch das andere. Das ist kein Versäumnis, sondern Ausdruck einer bewusst schlanken und über Jahre völlig ausreichenden IT-Struktur nach dem Grundsatz „keep it simple“ – so einfach wie möglich.
Schließlich wechselte ich den Internetanbieter, um Internet und GIN-Anschluss aus einer Hand zu beziehen. Doch auch damit war das Problem nicht gelöst. Das beworbene Kombinationsangebot beinhaltete lediglich
einen LAN-Router beziehungsweise GIN-Zugangsnetz-Router ohne WLAN. Ein WLAN-fähiges Gerät wäre nur im Rahmen eines deutlich teureren Business-Pakets erhältlich gewesen. Da die Ordination auf ein drahtloses Netzwerk angewiesen ist und eine nachträgliche Verkabelung keine realistische Option darstellt, stand ich erneut vor einer Sackgasse.
Die eigentliche Lösung war erstaunlich einfach – sie wurde allerdings von keinem der beteiligten Anbieter erwähnt: Ein eigenständiger WLAN-Access-Point, der an das vorhandene Ordinations-LAN angeschlossen wird, stellt das drahtlose Netzwerk wieder zur Verfügung. Technisch ist dies unkompliziert, kostengünstig und erspart sowohl eine Neuverkabelung als auch unnötige Tarifupgrades.
Fazit: Die Einführung der e-card-Infrastruktur mit GIN-Anschluss und GINO ist technisch durchaus machbar. Schwierigkeiten entstehen häufig dort, wo Zuständigkeiten enden und niemand den Gesamtprozess im Blick hat. Die eigentliche Hürde lag nicht in der Technologie, sondern im Fehlen einer Gesamtverantwortung. Was Wahlärzte bei der Einführung der e-card- Infrastruktur tatsächlich bräuchten: Einen einzigen Ansprechpartner (Single Point of Contact), der den Gesamtprozess der Umstellung abwickeln und verantworten kann, sowie ein Standardpaket „Wahlarzt-Ordination", das ohne Spezialwissen installierbar ist. Gesetzgeber und Sozialversicherungsträger, die eine flächendeckende Digitalisierung verordnen, tragen auch die Verantwortung dafür, dass der damit verbundene Aufwand verhältnismäßig bleibt – finanziell, organisatorisch und zeitlich.
Verkehrsbeschränkungen Salzburg Stadt - Sommerregelung 2026 – Ausnahme für medizinische Versorgung
Wir haben eine wichtige Ausnahme bei der Verkehrsbeschränkungs-Verordnung erreicht. Dies gelang nach erfolgreichen Interventionen von Präsident Dr. Vavrovsky, BÄV Dr. Barta und mir. Unterstützung kam auch von weiteren Kollegen und dem Kammeramt. Als direkt Betroffener freut mich das sehr. Die Zufahrt aller Patienten zu den Ordinationen im betroffenen Innenstadtbereich ist ausdrücklich sichergestellt. Mein Dank gilt allen Beteiligten.
Mit kollegialen Grüßen
Michael Sigmund