Nach der rezenten Klausur der Salzburger Landesregierung Anfang Jänner 2026 wurde uns von der Gesundheitslandesrätin Mag. Daniela Gutschi mitgeteilt, dass das bereits mit Anfang 2025 ausverhandelte Struktur- und Gehaltspaket nun doch schrittweise bis 1.1.2028 umgesetzt werden soll.
Im Oktober letzten Jahres sah es noch so aus, als ob das Land das von höchster politischer Ebene bereits zugesagte Struktur- und Gehaltspaket für die Angestellten der SALK einseitig zurückziehen würde. Damit hätte ein Projekt ein jähes Ende gefunden, an dem über eineinhalb Jahre intensiv gearbeitet und verhandelt wurde – mit dem Ziel, faire, finanzierbare und strukturell sinnvolle Lösungen für die SALK-Mitarbeiter zu erreichen.
Mit dieser erfreulichen Botschaft möchten wir nun die Chronologie dieses intensiven Prozesses darlegen.
In den letzten Jahren geriet das öffentliche Gesundheitssystem spürbar unter Druck: Spitalsbetten wurden reduziert, Konsultationen in den Spitalsambulanzen und im niedergelassenen öffentlichen Bereich nahmen nachweislich zu.
Parallel kam es zu einer Abwanderung von Gesundheitsleistungen in den privaten Sektor. So ist seit 2005 die Zahl der Wahlarztstellen in Salzburg um 70 Prozent gestiegen, während die Anzahl von Kassenstellen bei fast 100-prozentiger Besetzung nur um 10 Prozent zugenommen hat.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass strukturelle Schwächen und unzureichende Rahmenbedingungen langfristig zu einer Verschiebung der Versorgung führen.
Insbesondere junge Fach- und Oberärzt:innen – die Zukunftsträger der spezialisierten Krankenhausmedizin – werden sich angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen zunehmend
gegen eine Karriere im öffentlichen System entscheiden.
Vor diesem Hintergrund wurden in anderen Bundesländern in den vergangenen Jahren deutliche Schritte gesetzt:
Nach interner Diskussion entschied sich die Kurie der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der Ärztekammer für Salzburg, die erfolgreichen Abschlüsse anderer Bundesländer abzuwarten, um daraus gestärkt in die eigenen Verhandlungen zu gehen. Anfang 2024 wurde ein umfassendes Struktur- und Gehaltspaket erarbeitet. Es legte den Fokus auf eine Aufwertung der Fach- und Oberärzte im Gehaltsschema Neu, eine verbesserte Vergütung von Journaldiensten und Rufbereitschaften, sowie eine Leistungskomponente ab mehr als vier Diensten pro Monat. Zudem waren Verbesserungen im Gehaltsschema Alt und eine Erschwerniszulage auch an Wochenenden vorgesehen.
Das Gesamtvolumen des endgültigen Pakets belief sich auf rund 10 Millionen Euro jährlich – ein Maßnahmenpaket, das allen Beschäftigten der SALK zugutekommen sollte, wobei die Ärzteschaft aufgrund der Dienststruktur besonders profitieren würde.
Parallel wurde der Betriebsrat frühzeitig eingebunden, um innerhalb der SALK den notwendigen Rückhalt und Druck für die Umsetzung aufzubauen. Die Verhandlungen mit Landesrätin Mag. Gutschi begannen Mitte 2024 und verliefen inhaltlich konstruktiv.
Bis ins Frühjahr 2025 kam es zu mehreren Anpassungen und Abstimmungen mit der Geschäftsführung sowie der Frau Landesrätin. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde auch die Betriebsvereinbarung zu verlängerten Diensten verlängert, die für den Fortbestand des derzeitigen Betriebsmodells wesentlich ist.
Zudem wurde der Betriebsrat überzeugt, die vor dem Arbeits- und Sozialgericht Salzburg eingebrachte Klage zu Urlaubsersatzzahlungen vorerst ruhend zu stellen – als Zeichen des Entgegenkommens.
Im Mai 2025 wurde erstmals mitgeteilt, dass es in der Landesregierung mehrere Vetos gegen das Paket gebe. Im Sommer folgten wieder Zusicherungen, diese Bedenken seien inzwischen ausgeräumt.
Schließlich erfolgte am 14. Oktober 2025 die überraschende Ankündigung, dass das Gehaltspaket im Rahmen der Budgetplanung 2026 nicht umgesetzt werde. Diese Entscheidung wurde ohne vorherige Abstimmung mit den Verhandlungspartnern öffentlich kommuniziert.
Als Reaktion auf diesen Vertrauensbruch erfolgten rasch Maßnahmen im Schulterschluss von Mittelbau und Betriebsrat. So wurde durch die Betriebsräte eine Großzahl der – für den aktuell laufenden Betrieb essenziellen – Betriebsvereinbarungen über alle Berufsgruppen hinweg aufgekündigt, was spätestens ab 01.05.2026 eine (personalintensivere, ergo teurere) Umstellung auf Schicht- und Wechseldienst zur Folge gehabt hätte. Am Protestmarsch für das Gesundheitssystem am 25.11.2025 nahmen mehrere Tausend SALK-Angestellte teil. Eine Petition gegen die Einsparungen fand mehr als 60.000 Unterstützer. Parallel wurden weiterhin Gespräche mit der Landesregierung geführt und Kompromisse gesucht.
Die Zusage zu einer stufenweisen Umsetzung des Struktur- und Gehaltspakets ist auch durch die intensive Zusammenarbeit aller Berufsgruppen und SALK-Standorte hinweg möglich geworden. Sie zeigt, was möglich ist, wenn wir fair verhandeln, als Ärzteschaft geeint auftreten, aber auch die Angehörigen der anderen Berufsgruppen mit ins Boot holen. Wir halten daran fest, dass die gekündigten Betriebsvereinbarungen erst dann wieder in Kraft gesetzt werden, wenn die Umsetzung des Struktur- und Gehaltspakets von der Landesregierung verbindlich fixiert ist.
Wir danken Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen, für das entgegengebrachte Vertrauen, den Zusammenhalt, die Geduld und Ihr Engagement.
Über die weitere Umsetzung werden wir Sie zu gegebener Zeit informieren.