med.ium 9+10/2026
Mit Wolfgang Mayer übernimmt im November ein neuer Landesrat das Gesundheitsressort. Die Richtung bleibt, die Verantwortung wechselt. Daniela Gutschi hat dieses Ressort unter schwierigen Rahmenbedingungen sachlich und unaufgeregt geführt und hatte für die Anliegen der Ärzteschaft stets ein offenes Ohr. Dafür danken wir ihr, und wir freuen uns, dass sie der Landesregierung erhalten bleibt.
In Salzburg pflegen Land, Kasse, Spitalsträger und Ärzteschaft traditionell ein gutes Gesprächsklima. Das ist eine Stärke, die wir bewahren sollten. Es bedeutet nicht, immer einer Meinung zu sein, aber es schafft die Grundlage für gemeinsame Lösungen. Was das konkret heißt, ist schnell gesagt. Versorgung lässt sich nicht an der Ärzteschaft vorbei planen. Deshalb gehört sie an den Tisch, wenn geplant und entschieden wird, nicht erst danach.
Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) ist dafür der erste Prüfstein. Land und Kasse beschließen ihn gemeinsam, und er muss von den regionalen Bedürfnissen, den vorhandenen Kapazitäten und der tatsächlichen Verfügbarkeit ärztlichen Personals ausgehen. Das gelingt nur, wenn die Ärzteschaft an der Planung beteiligt ist. Eine bloße Begutachtung fertiger Konzepte ist zu wenig.
Der zweite Prüfstein ist das Projekt „Zukunft Gesundheit“. Seine Empfehlungen für die Versorgung bis 2040 sind unter Daniela Gutschi entstanden und gelten weiter. Jetzt müssen daraus Entscheidungen werden, und viele davon liegen beim Land. Es geht um zukunftsfähige Spitalsstrukturen, um Arbeitsbedingungen, die junge Ärztinnen und Ärzte in Salzburg halten, um eine wohnortnahe Versorgung, für die das Land gemeinsam mit der Kasse die Weichen stellt und um eine gesicherte Finanzierung der notwendigen Investitionen. Dazu kommt die Gesundheitsreform des Bundes, deren Umsetzung in Salzburg ebenfalls auf seinem Tisch liegt.
Die Ärztekammer wird sich weiterhin mit Sachverstand und klaren Positionen einbringen. Unsere Maßstäbe sind dabei für jeden Landesrat dieselben, unabhängig von Partei und Person. Ich wünsche Wolfgang Mayer viel Erfolg und freue mich auf die Zusammenarbeit. Wir wollen nicht begutachten, was fertig ist, sondern mitgestalten, was entsteht.
Ihr Dr. Matthias Vavrovsky, MBA
Präsident der Ärztekammer für Salzburg
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