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Medizinische Abendfortbildung: Chronisches Fatigue-Syndrom ME/CFS

Über das Chronische Fatigue-Syndrom referierte Prim. Univ.-Doz. Dr. René Wenzel bei der Abendfortbildung in der Ärztekammer Salzburg. Er leitet jene Abteilung im Tauernklinikum Zell am See, die seit April Long Covid-Schwerstbetroffene aus ganz Salzburg betreut.

Von Mag. Christoph Schwalb | med.ium 5+6/2026

Bei der Abendfortbildung am 27. April durften die Ärztinnen und Ärzte nach Grußworten von Gesundheits-Landesrätin Mag. Daniela Gutschi und Präsident Dr. Matthias Vavrovsky dem interessanten Vortrag „Das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und Long Covid: Die Post-Exertionelle Malaise (PEM)“ von Primar Dr. Wenzel beiwohnen.

Dr. Wenzel leitet die Abteilung für Innere Medizin am Tauernklinikum Zell am See, die seit Anfang April als Expertisezentrum Schwerstbetroffene von Long Covid und anderer PAIS im Bundesland Salzburg betreut und Lösungen und Therapieansätze (darunter auch telemedizinische) erarbeitet.

Diese ausgeprägten Belastungsintoleranzen bei ganz normalen Alltagsaktivitäten äußern sich durch Schlafstörungen, „brain fog“ und Schlaffheit oder auch durch Schwindel bei zu raschem Aufstehen wie beim Posturalen orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS). Die postakuten infektiösen Syndrome (PAIS) sind laut Dr. Wenzel der Überbegriff für chronische Krankheiten wie Long Covid und POTS.

Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemein- und Familienmedizin als erste Instanz und Zuweiser sorgen dafür, Menschen mit postakuten infektiösen Syndromen umfassend zu helfen

In einem dreistufigen Versorgungskonzept dienen niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemein- und Familienmedizin als erste Instanz, diesen Menschen zu helfen – mittels Untersuchung per Checkliste und Zuweisung bei positiver Indikation.

Nach eingängigem Screening und Therapieangeboten im Tauernklinikum kehren die Patientinnen und Patienten zu ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin zurück, die den weiteren Therapie- und Genesungsverlauf begleiten. Vizepräsident und Kurienobmann niedergelassene Ärzte MR Dr. Christoph Fürthauer beantwortete mehrere Fragen aus der Ärzteschaft zur Zuweiserpraxis von Long Covid-PatientInnen. 

Hausarzt und Hausärztin bleiben erste Anlaufstelle für Patienten und Patienten, die von ME/CFS und Long Covid betroffen sind

Landesrätin Gutschi stellte klar, dass das Salzburger Versorgungskonzept ein „Role Model“ für andere Bundesländer sei. Dass sie von Betroffenen persönlich erste positive Rückmeldungen erhalten habe, zeige ihr, dass dies der richtige Weg sei. Sie versicherte, dass Hausarzt und Hausärztin erste Anlaufstelle für Patienten und Patienten bleiben, die von ME/CFS und Long Covid betroffen sind. So könne man möglichst vielen der betroffenen Menschen helfen.

Eine Therapielösung lautet Pacing: ein Energiemanagement, das hilft, in den persönlichen Leistungsgrenzen zu bleiben. Zum Beispiel Freunden bei einem Treffen oder Gesprächen im Voraus mitzuteilen, dass man sich nur eine bestimmte Zeit dafür in Anspruch nehmen kann, ohne komplett verbraucht zu sein. Die Kontraindikation sei, wenn Freunde oder Verwandte Betroffene dazu anhielten, sich mehr anzustrengen. 

Fazit: Momentan gebe es Einschränkungen bei der Anerkennung von Krankenkassen- und Versicherungsleistungen für Patienten. Wichtig sei aktuell der Wissensaufbau und die Sekundärversorgung durch Rücküberweisung an denpersönlichen Hausarzt oder die Hausärztin. Ein mobiles Team werde es in Zell am See erst ab 2027 geben, telemedizinische Lösung für besonders schwer Betroffene könne man hingegen jetzt schon anbieten, so Dr. Wenzel abschließend.