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Ein starkes Zeichen für den Pinzgau

Zwei Standorte, ein Versorgungsauftrag: das Tauernklinikum und das neue Gesundheits- und Sozialzentrum Mittersill.

Von Georg Fuchs | med.ium 7+8/2026

Der Oberpinzgau ist medizinisch gut aufgestellt – und entwickelt sich weiter. Zwei Standorte stehen dabei im Mittelpunkt: das Tauernklinikum als zentrales Spital der Region und das neue Gesundheits- und Sozialzentrum
in Mittersill. Beide Entwicklungen hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint – und beide begleitet die Ärztekammer für Salzburg aufmerksam. 

Das Tauernklinikum: zentrales Spital der Region 

Das Tauernklinikum versorgt an seinen beiden Standorten Zell am See und Mittersill mit über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und neun Fachabteilungen – von der Inneren Medizin über Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Orthopädie und Traumatologie, Urologie, Augenheilkunde und HNO bis zu Anästhesie und Intensivmedizin – den gesamten Pinzgau. 

Der Standort Zell am See erfüllt gemeinsam mit Schwarzach den zentralen Versorgungsauftrag im Süden des Landes: In neun Abteilungen mit 254 Betten (Iststand) werden derzeit jährlich rund 19.500 stationäre Patientinnen und Patienten und 167.000 ambulante Fälle betreut. 

Für eine weitläufige Region mit starkem Tourismusaufkommen ist das Klinikum damit schlicht unverzichtbar. 

Umso genauer verfolgt die Ärztekammer, wie es den Kolleginnen und Kollegen dort geht. Nach herausfordernden Monaten, in denen ein Konflikt rund um Führung und Betriebsklima die Belegschaft belastet und die Öffentlichkeit beschäftigt hatte, suchte die Ärztekammer den direkten Austausch mit dem ärztlichen Direktor Michael Hofer und dem Ärztevertreter OA Dr. Thomas Pulda. Im Mittelpunkt: die Frage, wie die Ärztinnen und Ärzte wieder unter guten und verlässlichen Rahmenbedingungen arbeiten können. 

Erleichterung herrscht darüber, dass nach der einvernehmlichen Auflösung des Geschäftsführungs-Dienstverhältnisses und der interimistischen Übernahme durch die Geschäftsführung der Salzburger Landeskliniken wieder Ruhe und eine verlässliche Führung eingekehrt sind. Ein Haus dieser Bedeutung braucht Stabilität – im Interesse der Patientinnen und Patienten ebenso wie der Mitarbeitenden. 

Dass sich beharrliche Interessenvertretung auszahlt, belegt ein weiterer Erfolg: Gemeinsam mit Betriebsrat und Ärztevertretung setzte die Kurie angestellte Ärzte nach jahrelangen Bemühungen die Entgeltfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall nach dem Ausfallsprinzip durch – inklusive rückwirkender Aufrollung für 2024 und 2025. Auch die neuen Betriebsvereinbarungen, die mit 1. Juli 2026 in Kraft getreten sind, bringen spürbare Verbesserungen. 

Mittersill: ärztlich geführte Primärversorgung im Spital

Mit dem neuen Gesundheits- und Sozialzentrum im Tauernklinikum Mittersill ist ein weiterer wichtiger Meilenstein gesetzt. Unter einem Dach vereint es eine ärztlich geführte Primärversorgungseinheit (PVE) mit den
Allgemeinmedizinern Daniel Zuidberg dos Martires, Hannes Bacher und Christian Meßner-Franzen, ein Hebammenzentrum, das Zahngesundheitszentrum der ÖGK, den Psychosozialen Dienst des Landes, eine Praxis für Physiotherapie, die Hospiz-Initiative Pinzgau und die Beratungsstelle Männerwelten. 

Das Besondere: Hier entsteht eine von Ärztinnen und Ärzten geführte Primärversorgung – und das direkt im Spital. 

Diese enge Verzahnung von niedergelassenem und stationärem Bereich ist genau jenes Modell, das Zukunft hat: kurze Wege, integrierte Versorgung und ärztliche Verantwortung an zentraler Stelle. 

Entsprechend positiv fiel das Echo der Beteiligten aus: 

Landesrätin Mag.a Daniela Gutschi:
„Gesundheitsversorgung muss dort ankommen, wo die Menschen leben. Mit diesem Zentrum schaffen wir im Oberpinzgau eine verlässliche Gesundheitseinrichtung, die die Region nachhaltig stärkt und viele Einrichtungen unter einem Dach vereint.“ 

Ärztekammer-Vizepräsident OMR Dr. Christoph Fürthauer, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte: 
„Die Übersiedlung der bestehenden hausärztlichen Gruppenpraxis in Form einer PVE in die Räume des Gesundheits- und Sozialzentrums ist eine sinnvolle Nutzung von Ressourcen – ein Beispiel dafür, wie Projekte positiv gelingen, wenn die beteiligten Institutionen pragmatisch und sachorientiert zusammenarbeiten.“ 

Allgemeinmediziner Dr. Hannes Bacher (PVE):
„Wir wünschen uns weiterhin gute Zusammenarbeit, Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe. Diese Attribute führen zu einem erfolgreichen Miteinander der Gesundheitsberufe und letztlich zu einer optimalen Patientenversorgung.“ 

Verwaltungsdirektorin und Standortleiterin Angelika Mies:
„Das neue Gesundheits- und Sozialzentrum ergänzt das medizinische Angebot des Krankenhauses auf entscheidende Weise. Es stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen und schafft neue Möglichkeiten für Beratung, Orientierung und Unterstützung.“ 

Statement von Dr. Matthias Vavrovsky

„Das Tauernklinikum ist für die Region unverzichtbar. Und dass nun unter dem Dach des Standorts Mittersill eine ärztlich geführte Primärversorgungseinheit entsteht, in der Allgemeinmedizinerinnen und  Allgemeinmediziner die Versorgung eigenverantwortlich gestalten, ist beispielhaft für die Zukunft: Primärversorgung und Spital eng verzahnt, kurze Wege, ärztliche Verantwortung im Zentrum. Von der ärztlich geführten Primärversorgung in Einzel-, Gruppenpraxen oder als PVE sowie den niedergelassenen (Sonder-) Fachärztinnen und Fachärzten bis zum Spital – im Pinzgau zeigt sich, wie gut Versorgung funktioniert, wenn Ärztinnen und Ärzte sie mitgestalten.“