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Die 22. Fachtagung der Österreichischen Balintgesellschaft thematisiert Reflexionen zur Balintgruppenarbeit

Am 25. April 2026 fand die 22. Fachtagung der Österreichischen Balintgesellschaft (ÖBG) wieder in Salzburg statt und zum Thema Reflexionen der Balintgruppenarbeit wurden spannende Vorträge gehalten.

Von Dr. Ulrike Altendorfer-Kling, Referentin für Psychosoziale Medizin | med.ium 5+6/2026

Mit seinen Begrüßungsworten setzte sich der Präsident der Salzburger Ärztekammer und Österreichische Psy-Referent, Dr. Matthias Vavrovsky, mit der Balintarbeit als „therapeutic drug monitoring“ für die ärztliche Person auseinander. Er fokussierte sich darauf, dass man als Arzt oder Ärztin damit im Blick behält, womit genau man sich gerade im Patient*innenkontakt einbringt und stellte an das Auditorium wichtige Fragen: „Ist das professionelle Zuwendung? Oder ist es mein eigener ungelöster Konflikt, meine Erschöpfung, mein Bedürfnis, gebraucht zu werden – meine Angst vor dem Versagen?“

Er sprach von der Herausforderung, das Mittelmaß zu finden und dieses finden wir im kollegialen Gegenüber, im Reflexionsraum der Balintgruppe.

Ärztliche Qualität entsteht in jener stillen, meist unsichtbaren Arbeit an der ärztlichen Haltung. Diese Arbeit brauchen wir dringender denn je. Sie ist kein Luxus, sondern Patientensicherheit im weitesten und tiefsten Sinn. Er wies auch auf die Ärzt*innen-Gesundheit hin, die durch diese Reflexionsräume ermöglicht wird, in Zeiten, in denen wir über Burnout, Fachkräftemangel und Berufsausstieg reden.

Die Vorträge von Dr. Kathrin Bichsel, Schweiz, „Darf ich etwas sagen? Reden und Schweigen – Schweigen oder Reden in der Balintgruppe“ und von Dr. Claudia Brechtelsbauer, Österreich, Vizepräsidentin der Österreichischen Balintgesellschaft, sie setzte sich mit dem „Leib in der Balintgruppenarbeit“ auseinander – verbanden die verschiedenen Reflexionsebenen gekonnt miteinander, sodass es zu einem bereichernden Austausch der Teilnehmer*innen in den angebotenen Balintgruppen und Balintgruppenleiter*innen-Supervision und den Diskussionen kam. 

Die Österreichische Balintgesellschaft hat seit ihrer Gründung im Jahr 2003 in Wien bald ihren Sitz in die Salzburger Ärztekammer gewechselt. 

Den Vorsitz hatten OMR Prim. a.D. Dr. Wilfried Leeb und zuletzt MR Dr. Hans-Peter Edlhaimb inne. 

Ihre aktuelle Präsidentin Dr. Ulrike Altendorfer-Kling ist dankbar dafür, hier eine österreichweit gut erreichbare Basis für den ärztlichen Austausch und die Pflege der ärztlichen Gesundheit vorzufinden. Sie bedankt sich bei ihren Amtsvorgängern für deren Gründergeist und langjähriges Engagement zur Verbesserung der Ärzt*innen-Gesundheit und damit auch der Patient*innen-Gesundheit durch die fortlaufende Ausbildung von Balintgruppenleiter*innen österreichweit und den internationalen Austausch mit den Balintgesellschaften anderer Länder, vorrangig aus Deutschland und der Schweiz.