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Ausbildungsevaluierung 2026 – Salzburg verbessert sich weiter und steigert Teilnahme deutlich

Vierte bundesweite Ärzteausbildungsevaluierung zeigt erneut positive Entwicklung – Salzburg mit 69 Prozent Rücklauf und weiterhin unter den bestbewerteten Bundesländern.

Von Dr. Maximilian Krecu, Turnusärztereferent und Vorsitzender des Ausbildungsausschusses | med.ium 9+10/2026

Die ärztliche Ausbildung in Österreich wird das vierte Jahr in Folge besser bewertet. Das zeigen die Ergebnisse der Ausbildungsevaluierung 2026 der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), die erneut in Kooperation mit der ETH Zürich und HF Partners durchgeführt wurde. Erstmals beteiligten sich mehr als 6.000 Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung an der Befragung. Die österreichweite Rücklaufquote stieg von 59 Prozent im Vorjahr auf 60,4 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. 

Die standardisierte Erhebung erfasst neben der Globalbeurteilung der Ausbildungsstätten unter anderem Fachkompetenz, Lern-, Führungs-, Fehler-, Entscheidungs- und Betriebskultur sowie den Bereich der evidenzbasierten Medizin. Erfreulich ist die Entwicklung über sämtliche Dimensionen hinweg: Österreichweit verbesserten sich alle acht untersuchten Bereiche. Mittlerweile erreichen 49,5 Prozent der bewerteten Ausbildungsstätten einen Kennwert von mindestens 5,0 auf der sechsstufigen Skala. Gleichzeitig sank der Anteil der Ausbildungsstätten mit niedrigen Bewertungen weiter. Die Detailergebnisse der Ausbildungsstätten inkl. Vergleich zu den Vorjahren können wie gewohnt unter folgendem Link eingesehen werden: www.aeksbg.at/ausbildungsevaluierung

Salzburg steigert Rücklaufquote deutlich

Besonders positiv entwickelte sich 2026 die Beteiligung in Salzburg. Von 693 Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung beteiligten sich 69 Prozent an der Evaluierung. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um sieben Prozentpunkte von 62 auf 69 Prozent. Salzburg weist damit nach Vorarlberg mit 75 Prozent die zweithöchste Rücklaufquote aller Bundesländer auf und liegt deutlich über dem österreichweiten Wert von 60 Prozent. Im Vorjahr war Salzburg noch das einzige Bundesland gewesen, in dem die Teilnahmequote leicht zurückgegangen war. 

Auch die Bewertung der Ausbildungsqualität bleibt auf hohem Niveau. Der Salzburger Gesamtkennwert stieg von 4,82 im Jahr 2025 auf 4,85 im Jahr 2026. Damit liegt Salzburg erneut deutlich über dem österreichweiten Kennwert von 4,76 und erreicht hinter dem Burgenland (4,88) und der Steiermark (4,87) den dritten Platz im Bundesländervergleich. Besonders hoch wird in Salzburg die Betriebskultur mit 5,08 bewertet, gefolgt von der Entscheidungskultur mit 5,05 und der Fehlerkultur mit 5,03. 

Im Vergleich zur Schweiz zeigt sich allerdings weiterhin Entwicklungspotenzial. Während Salzburg in mehreren Dimensionen nahe an den Schweizer Ergebnissen liegt, bestehen insbesondere bei der evidenzbasierten Medizin Unterschiede: Salzburg erreicht hier 3,97 Punkte, Österreich insgesamt 4,04 und die Schweiz 4,55. 

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Fächern 

Bei den größten Ausbildungsfächern zeigt sich für Salzburg ein differenziertes Bild. Besonders gut wird weiterhin die Anästhesiologie und Intensivmedizin bewertet. Ihr Kennwert steigt leicht von 5,09 auf 5,11. Auch die Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie verbessert sich von 4,87 auf 4,90, die Innere Medizin von 4,86 auf 4,89. 

Demgegenüber sank der Kennwert in der Kinder- und Jugendheilkunde von 4,93 auf 4,78. Auch Orthopädie und Traumatologie verzeichnet einen Rückgang von 4,58 auf 4,48. Die Basisausbildung bleibt mit 4,55 nahezu stabil gegenüber 4,57 im Vorjahr. 

Im Bundesländervergleich erreicht Salzburg bei der Anästhesiologie und Intensivmedizin mit 5,11 einen der höchsten Werte Österreichs. Auch Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie (4,90) sowie Innere Medizin (4,89) liegen auf hohem Niveau. 

Facharztausbildung deutlich vor Basisausbildung und Allgemeinmedizin im Krankenhaus

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei einer Betrachtung der Ausbildungsabschnitte. Die Facharztausbildung wird in Salzburg mit einem Kennwert von 4,91 am besten bewertet. Die Basisausbildung erreicht 4,59, die Ausbildung für Allgemeinmedizin im Krankenhaus 4,54. Damit bestätigt sich auch auf Landesebene das österreichweite Bild, wonach insbesondere die Basisausbildung weiterhin hinter der Facharztausbildung zurückbleibt.

Österreichweit gehört die Basisausbildung mit einem Kennwert von 4,46 weiterhin zu den schwächer bewerteten Ausbildungsabschnitten. An der Spitze steht hingegen – wie bereits in den Vorjahren – die Allgemeinmedizin in Lehrpraxen und Ordinationen. Sie erreicht 2026 einen Kennwert von 5,32.

Evidenzbasierte Medizin verbessert sich – bleibt aber Entwicklungsfeld 

Eine der auffälligsten Entwicklungen zeigt sich österreichweit bei der evidenzbasierten Medizin. Nachdem dieser Bereich in den vergangenen Jahren regelmäßig die niedrigsten Bewertungen erhalten hatte, überschreitet der österreichweite Wert 2026 erstmals die Marke von 4,0 und liegt nun bei 4,04. Die ÖÄK führt diese Verbesserung unter anderem auf Gespräche mit Universitäten und Spitalsträgern sowie auf die kostenlose Bereitstellung der EBM-Guidelines für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zurück. 

Für Salzburg bleibt dieser Bereich mit einem Wert von 3,97 dennoch die am niedrigsten bewertete Dimension und damit ein wesentliches Entwicklungsfeld. 

Onboarding: Salzburg über dem österreichischen Durchschnitt 

Erstmals wurden 2026 im Rahmen zusätzlicher Modulfragen auch das Onboarding beim Stellenantritt und die Kriterien für die Wahl des Arbeitsplatzes detailliert untersucht. Österreichweit zeigt sich dabei noch Verbesserungspotenzial: Rund ein Drittel gab an, bei Stellenantritt keinen Einführungstag erhalten zu haben, etwa ein Viertel berichtete, nicht ausreichend in administrative und organisatorische Abläufe eingewiesen worden zu sein und rund 40 Prozent berichteten, ihren Arbeitsvertrag nicht bereits vor Dienstantritt erhalten zu haben.

Salzburg schneidet in mehreren dieser Bereiche vergleichsweise gut ab. 75 Prozent der Befragten geben an, bei Stellenantritt einen oder mehrere Einführungstage erhalten zu haben; österreichweit sind es 66 Prozent. 83 Prozent erhielten Unterlagen mit Informationen zur Einführung und zu organisatorischen Abläufen. 72 Prozent wurden systematisch in administrative Prozesse und notwendige Tools eingewiesen. Auch der Dienst- beziehungsweise Arbeitsvertrag wurde in Salzburg 65 Prozent bereits vor Stellenantritt übermittelt, gegenüber 54 Prozent österreichweit. Insgesamt waren 61 Prozent der Salzburger Befragten mit ihrer Einführung zufrieden, österreichweit waren es 57 Prozent. 

Medizinische Inhalte und Wohnort entscheiden über die Wahl des Arbeitsplatzes

Die zweite Modulfrage untersuchte, welche Faktoren für junge Ärztinnen und Ärzte bei der Wahl einer Ausbildungsstelle entscheidend sind. Österreichweit steht das medizinische Leistungsspektrum mit 76 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom Wohnort mit 67 Prozent und der Wartezeit bis zum Stellenantritt mit 62 Prozent. Gehalt und Forschungsgelegenheiten spielen mit 38 beziehungsweise 20 Prozent eine deutlich geringere Rolle. 

In Salzburg zeigt sich eine etwas andere Gewichtung: Hier werden der Wohnort mit 75 Prozent und das medizinische Leistungsspektrum mit 74 Prozent nahezu gleich häufig als wichtig oder sehr wichtig bezeichnet. Positive Erfahrungen im Klinisch-Praktischen Jahr spielen mit 66 Prozent ebenfalls eine überdurchschnittlich große Rolle. Forschungsgelegenheiten sind für 24 Prozent und das Gehalt für 42 Prozent von hoher Bedeutung. 

Ausbildungsevaluierung als Instrument der Qualitätsentwicklung 

Nach vier Jahren zeigt sich ein kontinuierlicher Trend zu besseren Bewertungen der ärztlichen Ausbildung. Gleichzeitig steigt die Beteiligung an der Evaluierung. Die ÖÄK sieht darin einen Hinweis darauf, dass sich die regelmäßige Befragung zunehmend als Instrument der Qualitätssicherung etabliert hat. Die Ergebnisse werden transparent bis auf Ebene der einzelnen Ausbildungsstätten veröffentlicht und sollen weiterhin als Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen dienen. 

Für Salzburg fällt die Bilanz 2026 insgesamt positiv aus: Die Teilnahmequote konnte nach dem Rückgang des Vorjahres deutlich gesteigert werden, der Gesamtkennwert verbesserte sich von 4,82 auf 4,85 und Salzburg bleibt im Bundesländervergleich auf dem dritten Platz. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse konkrete Entwicklungsfelder – insbesondere bei der evidenzbasierten Medizin sowie in einzelnen Ausbildungsfächern und Ausbildungsabschnitten. 

Die Ausbildungsevaluierung macht damit nicht nur Unterschiede zwischen Bundesländern und Fächern sichtbar, sondern ermöglicht zunehmend auch eine Beobachtung der Entwicklung über mehrere Jahre. Für Salzburg gilt es, die hohe Beteiligung und das insgesamt gute Ausbildungsniveau zu halten und gleichzeitig die identifizierten Schwachstellen gezielt weiterzuentwickeln.